Core Web Vitals – UX wird wichtiger?!

| aktualisiert am 07.05.2021

Gleich zu Anfang: Die User Experience, kurz die UX, einer Website war schon immer wichtig. Aber durch die Google Core Web Vitals rückt es jetzt mehr in den Fokus. Google hat nun bestätigt, dass die Core Web Vitals statt im Mai 2021 jetzt erst gegen Mitte Juni schrittweise und volllständig ab Ende August ausgerollt und zum Rankingfaktor werden. Was das für Deine Website genau bedeutet und was Du dafür machen kannst, möchte ich in diesem Artikel behandeln. Zudem stelle ich Euch ein paar nützliche Tools vor, die Euch helfen die Vorgaben richtig umzusetzen.

Was sind Core Web Vitals überhaupt?

Der Begriff „Web Vitals“ wurde von Google geprägt, um essenzielle Metriken für eine Website zu beschreiben. Die Metriken geben darüber Auskunft, wie „gesund“ eine bestimmte Website ist. Die Gesundheit einer Seite wird durch die Qualität der Nutzererfahrung bestimmt. Die Optimierung der User Experience spielt schon seit Beginn des Internets die wichtigste Rolle und führt langfristig zum Erfolg. Allerdings ist dieser Punkt durch das exponentielle Wachstum der Internetseiten immer weiter in den Hintergrund geraten. Um aber die Qualität der Nutzerfahrung auf den Websites wieder zu erhöhen, werden die Web Vitals als neue Signale für die Messung dieser Qualität eingesetzt. Google führt mit diesen Metriken eine einheitliche Richtlinie, was wichtig für die User Experience im Internet ist. Dies war schon immer das Anliegen von Google, was man an den verschiedenen Tools, wie Pagespeed Insights oder Analytics, erkennen kann. Zudem können durch verbesserte Websites auch Ressourcen hinsichtlich des Crawlings eingespart werden. Allerdings besteht hier eine Ungleichheit in der Erfahrung und Know-How unter den Marketers. Deshalb versucht Google mit der Einführung der Web Vitals dies zu vereinfachen und es für jeden Website-Betreiber möglich zu machen seine Seite darauf zu optimieren. Daher werden mit den Core Web Vitals die wichtigsten Metriken, die den größten Einfluss auf die Qualität haben, definiert.

Die Core Web Vitals

Die Core Web Vitals sind eine Unterform der Web Vitals, die alle Websites im Internet betreffen. Die Werte werden über alle Google Tools ihre Bedeutung erhalten. Jedes Web Vital stellt einen bestimmten Teil der User Experience dar, welcher direkt auf der Website gemessen werden kann. Der Wert zeigt die Erfahrung der realen User und deren kritischen benutzerzentrierten Erwartungen. Die Metriken werden sich dabei im Laufe der Zeit immer weiterentwickeln, um wirklich den Kern der Experience zu treffen. Für den Anfang sind die Web Vitals auf drei Aspekte fokussiert: Ladezeit, Interaktivität und visuelle Stabilität. Diese werden durch drei bestimmte Metriken dargestellt, auf die im Folgenden näher eingegangen wird.

Largest Contentful Paint (LCP)

Die Metrik des Largest Contentful Paint erfasst den Aspekt der Ladezeit einer Website. Es wird dabei die Lade-Performance gemessen. Wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, ist eine schnell geladene Website deutlich angenehmer zu bedienen. Zudem ist meist das größte Element (= Largest Paint) auf der Seite das Wichtigste, was man als Nutzer sofort sehen möchte. Daher stellt es eine gute Nutzererfahrung dar, wenn die Zeit für den LCP relativ gering ist und das wichtigste Element der Seite schnell geladen wird. Es wurden für die Metrik zwei Schwellenwerte festgelegt. Um eine wirklich gute User Experience zu haben, sollte der Largest Contenful Paint innerhalb von 2,5 Sekunden erscheinen. Liegt die Ladezeit dieses Elements zwischen 2,5 und 4,0 Sekunden benötigt es eine Optimierung. Ist der LCP aber über 4,0 Sekunden ist dies sehr schlecht für die Nutzererfahrung, da die Website recht lang zu laden des wichtigsten Elements auf der Seite benötigt. Dies gibt dem Webmaster die Möglichkeit Optimierungen an seiner Website vorzunehmen, da er anhand eines bestimmten Elements die Ladezeit für den Nutzer verringern kann.

First Input Delay (FID)

Die Metrik First Input Delay steht für die Interaktivität auf der Website. Die Messung bezieht sich auf die mögliche Interaktivität der Seite. Das heißt, wie lang ist die Verzögerung, dass der Nutzer etwas eingeben kann. Viele Nutzer möchten auf einer Website sofort etwas suchen oder ein bestimmtes Element anklicken. Daher sollte die Verzögerung für ein solches Ereignis so gering wie möglich sein. Der FID hat dabei auch zwei Schwellenwert, die bestimmen, wie gut die Interaktivität möglich ist. Liegt der Delay unter 100 Millisekunden, dann stellt es eine sehr gute User Experience dar. Bis zu 300 Millisekunden sollten Optimierungen vorgenommen werden, es ist aber für die Nutzer noch akzeptabel. Aber über 300 Millisekunden ist die Nutzererfahrung schlecht, da der User eine längere Verzögerung in Kauf nehmen muss, um endlich etwas eingeben oder klicken zu können. Dies ist natürlich von der jeweiligen Intention der Website abhängig. Weiß man allerdings als Webmaster, mit welcher Intention die User kommen, kann auf diesen Wert besonders geachtet werden.

Cumulative Layout Shift (CLS)

Die Metrik Cumulative Layout Shit erfasst den Aspekt der visuellen Stabilität. Für jeden Nutzer ist es wichtig, dass die Elemente, die er beim Laden der Website angezeigt bekommt, an derselben Stelle bleiben. Allerdings gibt es viele Websites, die während des Ladevorgangs die Elemente stark verschieben und diese komplett anders platzieren. Dabei kann, wie es im Beispielvideo von Google gezeigt wird, passieren, dass man einen Button klickt den man gar nicht klicken wollte. Daher wird mit dem CLS die Stabilität der visuellen Elemente auf einer Website gemessen. Dafür wurde eine Skala zwischen 0,0 und 1 festgelegt, die den Grad der Stabilität widerspiegelt. Die Schwellenwerte für den CLS liegen bei 0,1 und 0,25. Für eine sehr gute User Experience sollte der Layout Shit unterhalb von 0,1 liegen. Dies stellt so gut wie keinerlei Verschiebungen dar. Die Website sollte optimiert werden, wenn der CLS zwischen 0,1 und 0,25 liegt. Hier liegt ein Shift von kleineren oder weniger wichtigen Elementen vor. Über dem Wert von 0,25 ist die Nutzererfahrung auf der Website schlecht. Viele Elemente verschieben sich dabei während des Ladevorgangs und der Nutzer wird verwirrt. Als Webmaster sollte man immer darauf achten, wie stark der Layout Shift der Elemente auf seiner Website sind. Ein Anfang ist, wenn die kumulative Verschiebung verhindert wird und dann kann weiter optimiert werden.

Um eine verlässliche Messung der Metriken zu erreichen, wird ein 75. Perzentil der Ladevorgänge einer Website hergenommen. Dies wird zudem auf Mobile Geräte und Desktop aufgeteilt, um ein allgemeines Bild über die User Experience zu erhalten. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Metriken richtig gemessen werden und die Schwellenwert einen Sinn ergeben.

Core Web Vitals Report in der Google Search Console

Man findet dies bereits in der Google Search Console unter dem Punkt „Verbesserungen“ die Core Web Vitals. Der Punkt des „Geschwindigkeitsbericht“ musste dafür weichen und ist sozusagen in diesen Report mit eingeflossen. Der Bericht ist dafür da, die schwache User Experience auf seiner Website zu verbessern. Die Messung wird dabei, wie gewohnt, zwischen mobil und Computer unterschieden. In der Hauptübersicht erhält man nur eine grobe Information anhand der Aussagen: schlechte URLs, zu optimierende URLs und gute URLs. Dies soll einem schon eine Tendenz anzeigen, wie gut die eigene Website im Hinblick auf die Web Vitals dasteht. In dem jeweiligen Bericht findet man dann detailliertere Informationen, was an den bestehenden Seiten nicht stimmt. Der Problemtyp betrifft den Status der verschiedenen Messwerte. Es gibt CLS-Fehler, wo der Wert als Nachkommazahl angegeben wird, z.B. mehr als 0,25. Ab diesem Messwert stellt es ein Problem dar, bei mehr als 0,1 ist eine Optimierung erforderlich und eine gute Seite sollte keinerlei Shift des Layouts haben. Was Google auch durch sein Beispielvideo klar gemacht hat. Das Problem mit LCP, das in Sekunden angegeben wird, z.B. länger als 4 s. Hier ist es bei mehr als 2,5 s eine Optimierung erforderlich und darunter ist es noch in Ordnung und die Website wird als Gut eingestuft. Es kann mit dem Klick auf den Problemtyp die betroffenen URLs betrachtet werden und wie der genaue Wert pro Seite ist. Die Daten für die Berichte stammen dabei aus dem Bericht zur Nutzererfahrung in Chrome. Es sind somit tatsächliche Nutzungsdaten der Website von Nutzern auf der ganzen Welt. Der Besuch des Bots wird dafür nicht beachtet.

Nützliche Tools zum Messen der Web Vitals

Die Core Web Vitals stellen für Google einen Aspekt einer jeden Web-Erfahrung. Somit werden die Metriken in all den bekannten Tools, die von Google schon existieren, mit integriert. Dieser Ansatz ist auch verständlich, da die Web Vitals auf Basis der bereits bestehenden Metriken basieren. Dies sieht man schon an dem neuen Core Web Vitals Report in der Google Search Console. Google verdeutlicht damit, dass die Metriken schon immer da waren, aber nun einen neuen Stellenwert erhalten. Daher gibt es verschiedene Tools oder eben bestimmte Teile in Tools, um die Web Vitals zu messen. Grundsätzlich muss hierbei zwischen zwei Arten von Tools gesprochen werden: die Field und die Lab Tools.

Field Tools für eine reale Messung

Die Field Tools stellen Tools dar, die mit echten Nutzerdaten gespeist werden. Sie geben daher die richtige Wahrheit aus, was da draußen auf dem „Feld“ passiert. Dass heißt, man sieht in diesen Tools, wie es für den realen Nutzer unter verschiedenste Bedingungen abläuft. Diese Daten erhält Google über den Chrome User Experience Report, der ständig anonymisiert Messwerte von realen Usern speichert. Die Daten zeigen den Webmaster, wie die Web Vitals bei diesen gemessen werden. Dafür muss nicht mal selbst Analytics auf der eigenen Seite implementiert sein, um die Leistung über den Report zu erhalten. Es wird aber von Google empfohlen, sich sein eigenes Real-User-Monitoring aufzuziehen, da der Chrome User Experience Report über keine detaillierte und auf einen Seitenaufruf basierende Telemetrie verfügt. Nur so erhält man eine akkurate Diagnose und kann schnell auf Probleme reagieren. Neben dem Chrome Report verfügen auch die Tools PageSpeed Insights und wie vorhin schon erwähnt die Search Console über Daten zu den Core Web Vitals. Alle drei Reports geben Aufschluss darüber, wie eigenen Wert für LCP, FID und CLS aussehen. PageSpeed Insights sollte jedem hinlänglich bekannt sein und ist besonders in Richtung des LCP eine interessante Quelle. Der Core Web Vitals Report in der Search Console stellt eine gelungene Zusammenfassung dar und kann auch zur Identifikation eines Problems dienen. Zusammenfassend geben einem die Daten aus dem Chrome User Experience Report am meisten Aufschlüsse, da die Daten wirklich von realen Nutzern stammen, die mit dem unterschiedlichsten Equipment auf die eigene Website zugreifen.

Chrome User Experience Report:LCP + FID + CLS
PageSpeed Insights:LCP + FID + CLS
Search Console – Core Web Vitals Report:LCP + FID + CLS
Welches Tool kann welche Metrik messen.

Lab Tools für die Labormessung

Obwohl der Fokus bei den Core Web Vitals darauf liegt, dass es sich dabei um Felddaten handelt, ist es trotzdem möglich diese unter Laborbedingungen zu messen. Dies gibt dem Webmaster die Möglichkeit Änderungen während der Entwicklung eines neuen Features für die Website dies zu testen. Bevor die Änderungen live gehen, hat man die Chance die Leistung dieser schnell und einfach zu testen. So können Features, die von der IT oder Externen, als die beste Lösung angepriesen werden, gleich einem Härtetest unterzogen werden. Somit findet das Testen nicht, wie öfter üblich, beim Nutzer statt, sondern kann im Vornhinein gemacht werden und erst vollständig geprüft an die realen User ausgespielt werden. Für die Messung unter Laborbedingungen stehen einem zum einen die Chrome DevTools und zum anderen Lighthouse zur Verfügung. Beide Tools können dabei sowohl LCP als auch CLS messen. Die Metrik FID kann in der simulierten Umgebung nicht gemessen werden, da ja keinerlei User Input stattfindet. Daher empfiehlt es sich dabei auf die Total Blocking Time (TBT) zu wechseln. Dies lässt sich im Labor testen und stellt einen genauen Stellvertreter für den FID dar. Somit sind Verbesserungen, die die TBT verbessern, auch eine für den FID unter realen Bedingungen.

  • Chrome DevTools: LCP + CLS (+ TBT)
  • Lighthouse: LCP + CLS (+ TBT)

Allerdings muss klargestellt werden, dass die Labormessungen keinen Ersatz der Feldmessung darstellt. Die Labor Tools liefern wichtige Erkenntnisse über die Performance der eigenen Website, aber diese kann eben aufgrund der verschiedenen Faktoren bei den Usern ganz anders aussehen. Somit beeinflussen die Gerätefunktionen, andere laufende Prozesse, die Netzwerkbedingungen und der Umgang mit der Website immer die Leistungen in den Metriken. Die User Interaktion spielt im Zusammenhang mit der Messung der Metriken die entscheidende Rolle. Daher ist die Feldmessung die einzige Möglichkeit ein komplettes und akkurates Bild über den Zustand der eigenen Website zu erfahren.

Weitere Web Vitals

Neben den neu aufgelegten Core Web Vitals, die eine großartige Nutzererfahrung gewährleisten wollen, gibt es noch weitere Vital Metriken für eine Website. Diese stellen oft eine Stellvertreter Metrik oder eine ergänzende Metrik dar. Sie helfen dabei einen größeren Teil der Erfahrung zu erfassen und ein spezielles Problem zu diagnostizieren. Diese können somit als Ergänzung sehr gerne hergenommen werden. Bezüglich der Lade-Erfahrung spielen besonders die Metriken „Time to First Byte“ (TFFB) und „First Contentful Paint“ (FCP) eine wichtige Rolle. Beide sind auch sehr nützlich für die Diagnose von Problemen mit der LCP. Es kann darüber die Response Time des Servers oder Ressourcen die das Rendering blocken identifiziert werden. Daher sollten diese nie außer Acht gelassen werden. In Bezug auf den Input Delay haben die Metriken „Total Blocking Time“ (TBT) und „Time to Interactive“ (TTI) eine aussagekräftige Rolle. Unter Laborbedingungen können diese zeigen, welche Elemente oder Ressourcen potenziell für Probleme mit der Interaktivität verantwortlich sind. Diese beeinflussen direkt auch den FID und haben somit ihren Stellenwert. Allerdings sind diese nicht unter realen Bedingungen messbar, daher sind diese im Set nicht enthalten. Zudem sind diese weniger für den User und mehr für die technische Seite relevant.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

✅ Was ist das Core Web Vitals Update?

Es handelt sich bei den Core Web Vitals nicht um ein Update, sondern eine Ankündigung von neuen Metriken vom Google Chrome Team. Diese haben ein Set an Metriken vorgestellt, das es für Webmaster ermöglicht die User Expeience im Web einheitlich zu messen. Die Metriken geben Auskunft über die Geschwindigkeit, die visuelle Stabilität und die Responsiveness einer Website.

✅ Wie kann ich die Web Vitals testen?

Es werden einem dazu die verschiedenen Tools, die von Google bereits existieren, empfohlen. Dazu zählen die Google Search Console oder PageSpeed Insights. Neben diesen Tools wurde auch eine Erweiterung für den Chrome Browser herausgebracht. Die Erweiterung nennt sich „Web Vitals“ und liefert dem Webmaster eine genaue Analyse der drei Metriken LCP, FID und CLS.

✅ Wie beeinflussen die Core Web Vitals die Rankings?

Bisher noch gar nicht. Allerdings wurde von Google jetzt estätigt, dass die Core Web Vitals im Mai 2021 zu einem Rankingfaktor werden. In Kombination mit den bisherigen Page Experience Metriken werden die Web Vitals die Such-Rankings verändern. Es wird voraussichtlich auch eine visuelle Kennzeichnung der Websites geben, die in den Suchergebnissen zu sehen sein wird. Somit ist es jetzt schon von Vorteil, auf diese Metriken hin zu optimieren, was auch Deinen Besuchern zu Gute kommt.

Quellen:

https://developers.google.com/search/blog/2021/04/more-details-page-experience

https://developers.google.com/search/blog/2020/11/timing-for-page-experience

wird noch weiter aktualisiert…